SSL-Ver­schlüs­selung: Bedeutung des SSL-Zer­ti­fikats für SEO

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WARUM BRAUCHT JEDE WEBSITE EIN SSL-ZERTIFIKAT?

Inter­net­seiten ohne SSL-Zer­ti­fikat haben immer mehr das Nachsehen – nicht nur bei Such­ma­schinen, sondern auch bei den Usern.

Google hat bereits 2014 offiziell ange­kündigt, dass die Nutzung eines SSL-Zer­ti­fikats für die eigene Website in den Kreis der Ran­king­fak­toren auf­ge­nommen wird. Web­in­halte, die über eine ver­schlüs­selte Ver­bindung aus­ge­liefert werden, sollen gegenüber Websiten ohne SSL-Ver­schlüs­selung somit einen Vorteil haben.

Google wollte damit Web­site­be­treiber „unter Druck setzen“, endlich auf HTTPS-Ver­bin­dungen umzu­steigen. Ab Juli 2018 sollen Webseiten ohne Ver­schlüs­selung generell als unsicher markiert werden. Durch dieses Vorgehen will Google die ver­schlüs­selte Daten­über­tragung im Web fördern und zum gängigen Standard etablieren.

Was es mit der SSL-Ver­schlüs­selung auf sich hat und warum Websiten nicht nur des Rankings wegen auf ein SSL-Zer­ti­fikat setzen sollten, erfährst du in unserem nach­fol­genden bereits dritten SEO Basics-Artikel.

 

Was ist SSL? 

Die Abkürzung SSL steht für „Secure Sockets Layer“ und ver­schlüsselt die Daten­kom­mu­ni­kation zwischen Client (User-Computer) und Server. Ist diese auf einem Webserver instal­liert, werden Sicher­heits­schloss und HTTPS-Protokoll über Port 443 aktiviert und somit eine sichere Ver­bindung vom Webserver zum Browser ermög­licht. Daten können zwischen Computern aus­ge­tauscht werden, ohne dass Dritte „mitlesen“ können. Neben dem Abrufen von Website-Daten, wird eine SSL-Ver­schlüs­selung vor allem auch für die sichere Über­tragung von E-Mails, Kre­dit­kar­ten­trans­ak­tionen oder Logins verwendet.

Haupt­auf­gaben eines SSL-Zertifikats:

  1. Authen­ti­fi­zierung der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­partner durch asym­me­trische Verschlüsselungsverfahren
  2. Ver­trau­liche End-to-End-Daten­über­tragung durch Nutzung eines gemein­samen Sitzungsschlüssels
  3. Sicher­stellung der Inte­grität der trans­por­tierten Daten

 

Vergleich von SSL & TLS, sowie HTTP & HTTPS

Unter­schied SSL & TLS

Neben der Abkürzung SSL findet man oft die Bezeichnung TLS oder SSL/TLS. Die Abkürzung TLS steht hierbei für „Transport Layer Security“ und ist die stan­dar­di­sierte Wei­ter­ent­wicklung des Secure Socket Layers-Pro­to­kolls von Netscape. Die Version 3.1 von SSL wurde zum Standard erklärt und in TLS 1.0 umbenannt. Umgangs­sprachlich hat sich der Begriff SSL jedoch besser etabliert, weshalb er meist verwendet wird. Spricht man heut­zutage also von SSL, ist eigentlich eine TLS-Ver­schlüs­selung gemeint.

 

Unter­schied HTTP & HTTPS

Durch das „Hypertext Transfer Protocol“, kurz HTTP, wird das Laden von Websiten vom Server in einem Browser ermög­licht. Die ver­schlüs­selte Version „Hypertext Transfer Protocol Secure“ oder kurz HTTPS schafft eine abhör­si­chere Ver­bindung zwischen Website-Betreiber und Browser. Im tech­ni­schen Sinne ist HTTPS aller­dings kein eigen­stän­diges Protokoll, sondern bezeichnet die Ver­wendung von HTTP über SSL bzw. TLS. Vor­aus­setzung für die Umstellung auf HTTPS ist die Nutzung eines SSL-Zertifikats.

Achtung!

Oft werden die Bezeich­nungen SSL und HTTPS syn­onymhaft verwendet. Tat­sächlich sorgt das HTTPS Protokoll lediglich dafür, dass die gesen­deten Daten auf dem Weg ver­schlüsselt sind. Das digitale SSL-Zer­ti­fikat kümmert sich hingegen darum, dass diese Daten auch dort ankommen, wo sie ankommen sollen.

 

Wie erkennt man SSL-gesi­cherte Seiten

Wird eine Webseite über eine SSL-gesi­cherte Ver­bindung geladen, so wird dies anhand der im Browser ange­zeigten URL sichtbar. Statt http:// ist der Inter­net­adresse nun https:// vorangestellt.

Außerdem kenn­zeichnen Inter­net­browser geschützte Seiten zusätzlich mit einem Schloss-Symbol oder dem Zusatz „Sicher“ bzw. „Unsicher“ für unge­schützte Seiten. Klickt man auf diese Symbole, können zusätz­liche Infor­ma­tionen zum SSL-Zer­ti­fikat abgerufen werden.

Verschlüsselte HTTPS Webseite

Wenn es mit der sicheren Ver­bindung zur Website oder der Ein­bindung des Zer­ti­fikats Probleme gibt, wird dies in der Brow­ser­leiste mit einem roten Warn­dreieck angezeigt.

Vorsicht!

Diese Methoden zeigen nur, dass die Seite über eine gesi­cherte Ver­bindung geladen wurde. Trotzdem können Teil­be­reiche erst nach­träglich über eine sichere Ver­bindung nach­ge­laden werden. Viele Inter­net­seiten nutzen auch aus­schließlich zur Über­tragung von Nut­zer­ein­gaben eine gesi­cherte Ver­bindung, während die rest­lichen Unter­seiten unge­si­chert bleiben.

 

Wie funk­tio­niert SSL?

Die SSL Tech­no­logie wird verwendet, um die Über­tragung von Infor­ma­tionen im Internet abzusichern.

Wird eine ver­schlüs­selte Webseite auf­ge­rufen, so antwortet der Host-Server zunächst mit dem SSL-Zer­ti­fikat. Dieses dient als digitaler Per­so­nal­ausweis, der von einer Zer­ti­fi­zie­rungs­stelle (Cer­ti­ficate Authority, kurz CA) vergeben und durch einen Signa­tur­prüf­schlüssel einer Person oder Orga­ni­sation zuge­ordnet werden kann. Damit werden Identität des Servers und Gül­tigkeit der Ver­schlüs­selung überprüft.

Ist mit dem Zer­ti­fikat alles in Ordnung, startet das „SSL Handshake Protokoll“. Die per­sön­lichen Iden­ti­fi­ka­ti­ons­daten der Teil­nehmer werden über­mittelt und die Frag­men­tie­rungs- und Ver­schlüs­se­lungs­ver­fahren aus­ge­handelt. Die beiden Rechner eignen sich also auf einen ein­heit­lichen Ver­schlüs­se­lungscode. Erst jetzt können Daten codiert versendet und vom Emp­fangs­rechner decodiert werden.

Sollten diese Daten während des Transfers von Dritten abge­fangen werden, sind sie aufgrund ihrer Ver­schlüs­selung mit Hilfe der Public Key Infra­st­ructure (PKI) unbrauchbar.

 

Erklärung SSL TLS

 

Ein digitales SSL Zer­ti­fikat enthält:

  • iden­ti­fi­zie­rende Infor­ma­tionen über die Website,
  • Infor­ma­tionen zum Austeller des Zertifikats,
  • die Gül­tig­keits­dauer des Zertifikats,
  • und eine ein­zig­artige algo­rith­mische Signatur.

Die Signatur ist der wich­tigste Teil des Zer­ti­fikats, da mit ihr bestätigt wird, dass genau mit dem gewünschten Kom­mu­ni­ka­ti­ons­partner ver­schlüsselt kom­mu­ni­ziert werden kann. Dies wird vor allem relevant, wenn es um sensible Daten wie Zah­lungs­in­for­ma­tionen oder Pass­wörter geht.

 

Woher bekommt man ein SSL-Zertifikat?

Für jedes SSL-Zer­ti­fikat ist eine eigene IP-Adresse erfor­derlich. Ihre Ein­bindung erfolgt auf dem Server, auf dem sich der Webspace einer Website befindet. Daher bieten die meisten Hosting-Dienste neben Webspaces und Domains auch SSL-Zer­ti­fikate an.

Das Prinzip der SSL Zer­ti­fikate basiert auf Vertrauen. Weltweit exis­tieren zahl­reiche Zer­ti­fi­zie­rungs­stellen, die Zer­ti­fikate mir ihrer eigenen digitalen Unter­schrift absegnen. Bevor man blind SSL-Zer­ti­fikate bezieht und einbindet, sollte man stets auf die Ver­trau­ens­wür­digkeit des Aus­stellers achten. Mit soge­nannten Root-Zer­ti­fi­katen werden ver­trau­ens­würdige Zer­ti­fi­kats­aus­steller veri­fi­ziert.

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Welche SSL-Zer­ti­fikate gibt es? Welches SSL-Zer­ti­fikat für die eigene Website?

Für jeden Bedarf gibt es das richtige SSL-Zer­ti­fikat zum ent­spre­chenden Preis. Die meisten Zer­ti­fi­zie­rungs­stellen unter­scheiden zwischen drei SSL Varianten, die sich anhand folgender Kriterien unterscheiden:

    • Stärke des RSA-Kryp­to­systems (2048 Bit sind der emp­fohlene Standard, besser sind 4096 Bit)
    • Domain- oder Identitätsvalidierung
    • Brow­ser­kom­pa­ti­bi­lität
    • Zer­ti­fi­katsart: Single, Wildcard (Haupt- und Sub­do­mains) oder Multidomain

 

1. Domain Vali­dation (DV): nied­rigste Verschlüsselungsstufe

Das meist ver­wendete Zer­ti­fikat ist die Domain Vali­dation, da sie quasi sofort aus­ge­stellt werden kann. Die Domain wird lediglich mit einer simplen E-Mail-Bestä­tigung veri­fi­ziert. Die Zer­ti­fi­zie­rungs­stelle prüft hier also nur, ob der Antrags­steller auch Inhaber der Domain ist.

Beim Klick auf das SSL-Schloss in der Adress­zeile wird bei der Domain Vali­dation der Domainname angezeigt.

Diese ein­fachste Form eines SSL Zer­ti­fikats eignet sich für kleine Websiten, Foren, Blogs oder Mailserver.

 

2. Orga­niz­ation Vali­dation (OV): mittlere Verschlüsselungsstufe

Bei der Orga­ni­sation Vali­dation wird zusätzlich zur Domain- eine Iden­ti­täts­prüfung vor­ge­nommen. Ein Unter­nehmen muss ent­spre­chende Dokumente ein­reichen, die ihn als Inhaber der Domain bestä­tigen. Meist wird ein Han­dels­re­gis­ter­auszug ange­fordert, die Bankdaten abge­glichen und tele­fo­nisch Kontakt aufgenommen.

Neben dem Domain­namen wird als Zer­ti­fi­kats­in­haber das Unter­nehmen und dessen Standort angezeigt

Dieser Zer­ti­fi­katstyp eignet sich für Orga­ni­sa­tions- und Unter­neh­mens­seiten, sowie Seiten mit Kon­takt­for­mu­laren und Webmails.

 
3. Extended Vali­dation (EV): höchste Verschlüsselungsstufe

Extended Vali­dation Zer­ti­fikate unter­scheiden sich in erster Linie optisch von den beiden anderen Varianten. Mit einer grünen Adress­zeile wird dem Inter­ne­tuser auf Anhieb ver­mittelt, dass es sich um eine ver­trau­ens­würdige Ver­bindung handelt. Auch hier wird zur Vali­dierung ein Domain­check und eine Iden­ti­täts­prüfung durch­ge­führt. Zusätzlich wird überprüft, ob der Antrag­steller tat­sächlich im genannten Unter­nehmen ange­stellt ist und dort über die Befugnis verfügt, SSL-Zer­ti­fikate zu erwerben.

Mit einem Extended Vali­dation Zer­ti­fikat wird eine möglichst hohe Browser Akzeptanz ange­strebt. Zusätzlich zur grünen Brow­s­er­zeile werden wie bei der OV der Domain- und Unter­neh­mensname, sowie dessen Standort in den Zer­ti­fi­kat­de­tails genannt.

Dieses Zer­ti­fikat ist für Online-Banking und Web­prä­senzen von Geld­in­sti­tuten zu empfehlen.

 

SSL Verschlüsselungsart

 

Wie SSL-Zer­ti­fikat in die Website einbinden?

Viele Webhoster bieten mitt­ler­weile stan­dard­mäßig beim Erwerb eines Webspaces ein kos­ten­loses SSL-Zer­ti­fikat an.

Muss das Zer­ti­fikat zusätzlich von einer externen CA beantragt werden, so wird in der Regel eine detail­lierte Imple­men­tie­rungs­an­leitung mit­ge­schickt. Hier muss das SSL-Zer­ti­fikat auf dem Server instal­liert und die zu schüt­zenden Seiten, Domains und Sub­do­mains manuell gewählt werden. Ob das Zer­ti­fikat auf allen Seiten korrekt ein­ge­bunden wurde, kann bei­spiels­weise mit dem SSL Checker von sslshoper kostenlos überprüft werden.

 

SSL-Zer­ti­fikat in WordPress einbinden:

 

SSL-Zer­ti­fikat Checklist: Worauf sollte man beim Wechsel zu HTTPS achten?

Wer eine Website bereits von Anfang an mit dem ver­schlüs­selten HTTPS Protokoll aufsetzt, hat es meist leichter. Die HTTP- und HTTPS-Version einer Website sind aus SEO-Sicht voll­kommen andere Domains. Muss eine unge­si­cherte HTTP-Seite auf HTTPs umge­stellt werden, gilt es, einiges zu beachten:

 

CHECKLIST: Wechsel zu HTTPS

 

Crawl der aktuellen HTTP Version

Noch bevor die Umstellung durch­ge­führt wird, sollte die http-Version bei­spiels­weise mit dem Tool Screaming Frog gecrawlt werden. So kann später überprüft werden, ob die Umstellung zu HTTPS voll­ständig und korrekt durch­ge­führt wurde.

 

301-Wei­ter­lei­tungen von HTTP auf HTTPS einrichten

Ohne 301-Redirect werden weiterhin beide Versionen unab­hängig von­ein­ander von Such­ma­schinen indexiert. Google & Co. erkennen nicht, welche Version bevorzugt werden soll, deshalb entsteht Duplicate Content, welcher dazu führt, dass beide Sei­ten­ver­sionen nicht ihr volles (Ranking-) Potenzial aus­schöpfen können. Mithilfe von Wei­ter­lei­tungen kann dies ver­hindert werden.

Sobald jeder Sei­ten­inhalt per HTTPS aufrufbar ist, kann zusätzlich HSTS ein­ge­setzt werden. Damit teilt man dem Browser mit, dass die Website aus­schließlich mit HTTPS genutzt werden soll.

 

Ver­lin­kungen, Res­sourcen und Web­in­halte auf HTTPS umstellen

Web­in­halte, die nicht auf HTTPS umge­stellt werden, ver­ur­sachen den soge­nannten Mixed Content Error. Dabei stellen unsichere Web­in­halte, die mittels regulärem HTTP Protokoll aus­ge­spielt werden, eine Sicher­heits­lücke für die gesamte Website dar. Das Öffnen der betrof­fenen Seiten wird vom Browser ver­hindert, statt­dessen wird eine Feh­ler­meldung angezeigt.

Die Umstellung von HTTP auf HTTPS sollte sich auf die gesamte Website erstrecken. Die folgende Check­liste gilt es abzuarbeiten:

  • Media­files wie Bilder, Videos und Audiodateien
  • Interne Ver­lin­kungen
  • txt
  • CSS-Dateien
  • Skripte
  • hreflang-Attribute
  • rel-Alter­nates
  • Canonical Tags
  • XML Sitemap

 

URL Property in der Google Search Console & in Google Analytics hinterlegen

Damit Google Daten der HTTPS Website auslesen kann, muss die neue Property URL in der Google Search Console angelegt werden. Damit diese Daten auch in Google Analytics einlaufen, muss die Search Console mit Analytics neu verknüpft werden. Dies ist aller­dings nur möglich, wenn auf der Website der Tracking-Code von Google Analytics imple­men­tiert ist.

Löschen sollte man die HTTP Property aller­dings nicht. Werden beide Pro­perties indiziert, können Daten der beiden Pro­perties mit­ein­ander ver­glichen werden. Gerade am Anfang ist es wichtig die Zunahme bzw. Abnahme an Impres­sionen durch die Umstellung zu ver­gleichen und Klicks zu beobachten.

Lokale Websiten sollten zusätzlich die URL in Google My Business ändern, um auch hier korrekte Daten über die Search Console erhalten zu können.

 

Disavow Datei ändern

Besteht bereits eine Disavow Datei in der Search Console, so muss auch diese für die sichere HTTPS Version der Website neu hin­terlegt werden.

 

URLs in Google Ads korrigieren

Wurden mit der alten HTTP-Adresse Google Ads Anzeigen aus­ge­spielt, so sollten auch diese recht­zeitig auf der Ver­wal­tungs­ober­fläche geändert werden.

 

Backlinks anpassen

Backlinks von wichtigen Websiten, also jenen, die der eigenen Website viel Traffic bringen, sollten auch auf HTTPS geändert werden. In Sozialen Netz­werken ist eine Änderung der URL in der Regel schnell über die Pro­fi­l­ein­stel­lungen möglich. Auch bei vielen Bran­chen­bü­chern ist dies der Fall.

Mit einer bereits erwähnten 301-Wei­ter­lei­tungen kann sicher­ge­stellt werden, dass Backlinks, die nicht auf HTTPS angepasst werden, nicht verloren gehen.

 

Mixed Content Error: Fehler auf SSL-Seiten beheben

HTTPS-Seiten sind durch ein SSL-Zer­ti­fikat ver­schlüsselt und somit geschützt. Stellt eine HTTPS-Website aller­dings auch Content über das reguläre HTTP-Protokoll zur Verfügung, ist die Ver­bindung nur teilweise ver­schlüsselt. Derartige Websiten werden als Mixed Content-Seite bezeichnet.

Der unver­schlüs­selte Inhalt kann durch Sniffer und Man-in-the-Middle-Angriffe verändert werden und den Schutz der gesamten Website aufheben. Aktuelle Browser-Versionen blo­ckieren diese Inhalte und spielen bei Abruf von Mixed Content-Seiten Warnungen oder Feh­ler­mel­dungen aus.

 

Es gibt zwei Arten von Mixed Content:

  • Mixed passiver Content

Web­in­halte, die in die Website ein­ge­bunden sind oder aus­ge­liefert werden. Hierzu zählen Bilder, Videos, Audio-Dateien und Object-Sub Ressourcen.

  • Mixed aktiver Content

Web­in­halte, die Teil des Document Objects Model (DOM) einer Website sind und diese nach­haltig verändern können. Dazu gehören Links, Skripte (z. B. Java­Script), XML-http-Request-Objekte, iFrames, CSS-Dateien und Object-Daten-Attribute.

 

Um diesen Fehler zu beheben, sollten HTTP-Inhalte entfernt und durch HTTPS ersetzt werden. Je nach ein­ge­setztem Content-Management-System reicht es, Website-Pfad in der Kon­fi­gu­ra­ti­ons­datei des Systems anzu­passen. Bei WordPress sind jedoch absolute Pfade in der Datenbank hin­terlegt, weshalb das Anpassen direkt in der Datenbank nötig ist.

Mit Online Crawlern wie SSL Check oder dem Desktop Crawler HTT­PSChecker kann schnell und einfach überprüft werden, welche Links und Medien den Mixed Content-Fehler verursachen.

 

SSL-Zer­ti­fikat & DSGVO: Wann ist eine SSL-Ver­schlüs­selung Pflicht? 

Die neue Daten­schutz Grund­ver­ordnung der Euro­päi­schen Union, mit der die Regeln zur Ver­ar­beitung per­so­nen­be­zo­gener Daten EU-weit ver­ein­heit­licht werden, ist am 25. Mai 2018 in Kraft getreten.

Die neue DSGVO legt in Art. 32 Abs. 1 fest, dass Web­site­be­treiber technische und orga­ni­sa­to­rische Maßnahmen zum Schutz der Rechte und Frei­heiten natür­licher Personen treffen müssen. Darunter wird aus­drücklich die Ver­schlüs­selung per­so­nen­be­zo­gener Daten als technische Maßnahme genannt.

Spä­testens seit diesem Stichtag ist daher eine SSL-Ver­schlüs­selung für alle Websiten ver­pflichtend, die per­so­nen­be­zogene Besu­cher­daten abfragen. Darunter fallen alle Seiten mit einem Online-Formular, wie bei­spiels­weise Kontakt- und Bestell­for­mulare oder auch Newsletteranmeldungen.

Ent­spre­chende Rege­lungen gab es bereits vor der DSGVO, doch wurden diese aufgrund ungenauer Defi­ni­tionen oft nicht stringent umgesetzt. Mit der aktuellen Ver­ordnung kann bei nicht Ein­haltung jedoch ein Bußgeld von 20 Millionen Euro oder bis zu 4% des Jah­res­um­satzes anfallen. Bei großen Unter­nehmen und Konzernen haben EU-Mit­glied­staaten zudem das Recht, weitere Sank­tionen einzuführen.

Neben der Gefahr des unsi­cheren Daten­transfers, öffnet man mit einer fehlenden SSL-Ver­schlüs­selung zudem Tür und Tor einer schnellen Abstrafung durch Kon­kur­renten in Form von wett­be­werbs­recht­lichen Abmahnungen.

 

Google Chrome kenn­zei­chent ab Juli 2018 Websiten ohne SSL-Zertifikat

Mit dem Launch der Chrome-Version 68 im Juli 2018 werden alle Websiten, die nicht über ein HTTPS-Protokoll laufen, mit dem „Unsicher“-Tag versehen. Diese Kenn­zeichnung gibt es für Login-Seiten oder Seiten, die per­sön­liche Daten anfordern, bereits seit Monaten – auch bei anderen Browsern. Bei Chrome wird in Zukunft aber die gesamte Website mit einem Warn­hinweis markiert, auch wenn auf der aktiven Unter­seite keine per­so­nen­be­zo­genen Daten abgefragt werden. Mit diesem Schritt will Google Web­site­be­treiber dazu bringen, auf ver­schlüs­selte Ver­bin­dungen umzusteigen.

Um Ent­wicklern die Umstellung zu erleichtern, bietet Google Mixed Content Audits an und empfiehlt dabei kos­ten­freie Zer­ti­fikate der Initiative Let’s Encrypt. Dabei handelt es sich um eine auto­ma­ti­sierte Open Cer­ti­ficate Authority, die unter anderem von Google, Mozilla und der Elec­tronic Frontier Foun­dation getragen wird.

 

Was bringen kos­tenlose SSL-Zer­ti­fikate von Let’s Encrypt?

 

 

Vorteile eines SSL Zer­ti­fikats für SEO

Vertrauen

Eine SSL-Ver­schlüs­selung macht in erster Linie Websiten sicherer und ent­spricht in vielerlei Hinsicht einem Qua­li­täts­siegel für die besagte Online­präsenz. Dies stärkt das Vertrauen der Kunden in die Seite und ver­ringert dem­zu­folge die Absprungrate oder Kaufabbrüche.

 

Visi­bility & Rankings

Hinzu kommt, dass Google bereits seit 2014 die SSL-Ver­schlüs­selung offiziell zu seinen Ran­king­fak­toren zählt. Mit den nun zukünftig erschei­nenden Warn­hin­weisen bei nicht sicheren Inter­net­seiten, pusht Google die Nutzung einer sicheren Ver­bindung via SSL zusätzlich. Analysen haben gezeigt, dass mit einer Ver­schlüs­selung die Sicht­barkeit um bis zu 5% erhöht werden konnte.

 

Daten­qua­lität in Analysetools

Mit Tools wie Google Analytics kann unter anderem ana­ly­siert werden, wie User auf die eigene Website gelangt sind – über die orga­nische Suche, Anzeigen, Soziale Medien oder als Referrals über Links von anderen Websiten. Wird die URL direkt in die Brow­ser­leiste ein­ge­tippt, fällt dieser Sei­ten­besuch in die Kategorie „Direct“.

Hat man selbst eine unver­schlüs­selte Website und ein User kommt bei­spiels­weise über einen Link von einer ver­schlüs­selten Seite, geht im HTTP-Header der Referrer verloren. Ohne Referrer-Infor­mation kann Google Analytics nicht zuordnen, wie der User auf die Seite gekommen ist und ordnet die Sitzung als „Direct“-Besuch ein. Auf langer Sicht werden so Ana­ly­se­er­geb­nisse ver­fälscht und das Potenzial guter Referrals kann nicht erkannt werden.

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Fazit

Das Einbinden einer SSL-Ver­schlüs­selung in Webseiten ist in der erfolg­reichen Suchmaschinen­optimierung und -werbung unab­dingbar. Auch ohne tech­ni­sches Know-How ist die Imple­men­tierung eines SSL-Zer­ti­fikats machbar und bringt auf lange Sicht Vorteile für User und Webmaster.

Doch oft leichter gesagt als getan. Gerade bei der Umstellung von HTTP auf HTTPS können zahl­reiche Schwie­rig­keiten auftreten (Mixed Content, fehlende Wei­ter­lei­tungen, etc.). In solchen Fällen beraten wir dich gerne über mögliche Pro­blem­quellen und nehmen dir auf Wunsch auch die gesamte Umstellung, Feh­ler­analyse und -behebung ab.

 

Check­liste: On Page-Optimierung

SEO Anleitung