SEO-Fragen: Was bedeutet negative SEO?

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Da wir unseren letzten Blog­ar­tikel leider auslassen mussten, kommt der dies­wö­chige schon einen Tag früher als gewohnt. Heute möchten wir uns mit dem Thema negative SEO beschäf­tigen und erklären, was negative SEO überhaupt ist bzw. wie Unter­nehmen dazu stehen.

Alle, die sich mit Online Marketing auskennen oder hier regel­mäßig unsere Artikel lesen, werden wissen was man unter SEO (Search Engine Opti­miz­ation) oder Suchmaschinen­optimierung versteht. Was aller­dings unter negative SEO zu verstehen ist, werden viel­leicht nicht alle so genau wissen.

 

Was ist eigentlich negative SEO?

Als negative SEO bezeichnet man alle Maßnahmen, die dazu dienen sollen, eine Webseite in den Rankings von Such­ma­schinen wie Google abzu­werten oder ganz aus­zu­schließen. Nor­ma­ler­weise sind Webseiten von Kon­kur­renten oder Mit­be­werbern Ziele von negative SEO Maßnahmen.

 

Welche Techniken werden bei negative SEO angewandt?

Zu den Techniken, die bei negative SEO angewandt werden, zählen grund­sätzlich alle, die gegen die Google Richt­linien verstoßen.

 

Folgende Techniken wären denkbar:

– Spamming:

Darunter versteht man das über­mäßige Setzen von Backlinks auf Link­farmen oder min­der­wer­tigen Web­pro­jekten unter Ver­wendung des immer gleichen Linktextes. Um das Ganze noch zu ver­stärken wird ein Money­keyword gewählt, welches nur aus einem Wort besteht.

 

– Bad Neighbourhood

Das Pro­vo­zieren eines Nähe­ver­hält­nisses zu Seiten, die gegen die Richt­linien verstoßen oder bereits abge­straft worden sind, ist ebenfalls eine Technik des negative SEO. Nähe kann durch die Ver­linkung erzeugt werden, aber auch durch Ver­linkung in Portalen, wo haupt­sächlich schlecht bewertete Webseiten auf­tauchen. Als Bad Neigh­bourhood-Seiten werden oft Webseiten aus den Bereichen illegales Glücks­spiel, Por­no­graphie oder Kredit angesehen

 

– Duplicate Content

Durch das Kopieren von Inhalten einer Webseite und Ver­breitung im Netz, kann eine Webseite ebenfalls abge­wertet werden. Duplicate Content ist von Google nicht gerne gesehen und führt über kurz oder lang zu einer Abstrafung.

 

– Hacking der robots.txt

Die robots.txt Datei erlaubt oder verbietet Crawlern ver­schie­dener Such­ma­schinen Inhalte einer Webseite zu inde­xieren. Wird bei­spiels­weise der Google Crawler aus­ge­schlossen, können neue Inhalte nicht mehr indexiert werden und die Seite wird über kurz oder lang eine Abwertung erfahren.

 

– Mani­pu­lation der Auto­com­plete Funktion

Durch eine auto­ma­ti­sierte Stei­gerung bestimmter Such­an­fragen (z.B. Marke + Betrug) kann die Auto­com­plete Funktion von Google insofern mani­pu­liert werden, dass bei der Mar­ken­eingabe auch das negativ behaftete Beiwort als Such­vor­schlag angegeben wird, was wiederum bei Suchenden negative Asso­zia­tionen auslöst.

 

Diese Liste mit negative SEO Techniken soll kei­neswegs eine Anleitung zu wett­be­werbs­ver­zer­renden Maßnahmen dar­stellen, sondern lediglich einen Überblick über die illegalen Techniken geben. Negative SEO hat in unseren Augen nichts mit Suchmaschinen­optimierung zu tun, sondern zeigt nur das jemand auf legalem Weg nicht genügend Know-how bzw. Wissen vor­zu­weisen hat, um eine Webseite gut in den SERP plat­zieren zu können. Aller­dings denk leider nicht jeder so, wie das nach­fol­gende Expe­riment beweisen wird.

 

Expe­riment: Negative SEO – Unter­nehmen durchaus interessiert!

Bei einem Expe­riment, welches von rebootonline.com ver­öf­fent­licht wurde, konnte man fest­stellen, dass es durchaus einen Markt für negative SEO gibt. Unter­nehmen zeigten sich durchaus bereit, Geld aus­zu­geben, um ihren Kon­kur­renten im Internet zu schaden.

Zu Ver­suchs­zwecken wurden Unter­nehmen unter­schied­lichster Bereiche und Größe von einem SEO-Dienst­leister angefragt, ob diese an Maßnahmen Interesse hätten, die Mit­be­werber von den vorderen Google-Rängen ver­schwinden lassen würden. Das Ergebnis war schockierend!

In der Mail-Anfrage wurde erwähnt, welche Maßnahmen angewandt werden würden und dass diese nicht den Google Richt­linien ent­sprechen. Dennoch ant­wor­teten von den 84 ange­fragten Unter­nehmen 61. Unter diesen waren Rechts­an­wälte, Klempner, Dach­decker, Web­de­signer, Bau­un­ter­nehmer und Schlüsseldienste.

Schluss­endlich akzep­tierten 34% das Angebot und waren bereit, tief in die Tasche zu greifen. 22% waren an wei­ter­füh­renden Infor­ma­tionen inter­es­siert. Nur 15% lehnten die Dienst­leistung ab. Der Rest ant­wortete nicht auf die Anfrage. Das heißt, mehr als 50% waren grund­sätzlich an negative SEO inter­es­siert oder wollten die ange­bo­tenen Dienst­leis­tungen in Anspruch nehmen.

Gerade, wenn man sich dieses Expe­riment ansieht, merkt man, dass negative SEO immer mehr zum Problem wird. Da es einen relativ großen Markt für negative SEO gibt, wird es wohl in Zukunft auch immer mehr Dienst­leister geben, die solche Maßnahmen für Kunden durch­führen werden.

 

Negative SEO ist rechtswidrig!

Wer bewusst schäd­liche Maßnahmen setzt, um einem Unter­nehmen zu schaden, macht sich strafbar. Negative SEO wird rechtlich ähnlich gehandhabt wie Ver­leumdung. Leider ist es meist schwierig die Initia­toren für negative SEO und die Quelle der abwer­tenden Maßnahmen zurück­zu­ver­folgen. Dennoch sollte man sich auch im Internet an den Fair Play-Gedanken halten und die Energie, die man in negative SEO Maßnahmen steckt, lieber in die Optimierung eigener Projekte oder derer von Kunden investieren.

 

Negative SEO erkennen?

Wie auch andere SEO Maßnahmen dauert es seine Zeit bis negative SEO greift, weshalb bewusst schä­di­gende Suchmaschinen­optimierung auch meist erst spät erkannt werden kann. Durch regel­mä­ßiges Über­prüfen der wich­tigsten SEO-Kenn­zahlen wie Sicht­barkeit, Domain­po­pu­la­rität und des Link­profils kann man Rück­schlüsse auf negative SEO Maßnahmen ziehen. Sobald man Unre­gel­mä­ßig­keiten entdeckt, kann man sich auf die Suche nach dem Problem begeben und gege­be­nen­falls auch negative SEO Techniken entdecken.
 

Was kann man gegen negative SEO tun?

Die Aus­wir­kungen von negative SEO sind bei jüngeren Domains deutlich größer. Eta­blierte Domains trotzen solchen Maßnahmen eher und erfahren oft keine bzw. nur eine geringe Abwertung. Bei Verdacht Opfer einer negative SEO Technik geworden zu sein, sollte man folgendes machen:

 

– Google Disavow: ein­ge­hende Spamlinks entwerten

– Anschreiben der ent­spre­chenden Webmaster und um Entfernen der Links bitten

– Trust­si­gnale durch hoch­wer­tigen Lin­kaufbau setzen

– präventiv für ein gutes Link­profil und eine saubere On Page Optimierung sorgen

 

Wir hoffen, wir konnten euch in diesem Artikel negative SEO etwas näher brigen – aller­dings nicht so nahe, dass ihr nun überlegt, eine der erwähnten Techniken anzu­wenden, um euren Mit­be­werbern zu schaden. Es macht mehr Sinn, seine Energie auf die eigenen Projekte zu lenken und stetig daran zu arbeiten, seine Webseite zu ver­bessern. Dies ist deutlich nach­hal­tiger und macht auch viel mehr Spaß!